Schimrod-Blog


Liebe Leser, ich werde hier eine fiktive Geschichte über Schimrod
schreiben. Bitte stellen Sie Schimrod eine Frage, dann werde ich versuchen,
originelle Fragen in meine Geschichte einzuarbeiten. Die Fragen sollten so
gestellt werden: "Lieber Schimrod, ich habe folgendes Problem, es ist
so......... . Kannst Du mir helfen?" Die Fragen können genauso fiktiv sein
wie die Geschichte. Ich werde sie als eine Art Brainstorming benutzen, also
können sie durchaus die Story beeinflussen. Ich wünsche Ihnen beim Lesen
genauso viel Spass, wie ich ihn beim Schreiben habe.

16. April 2009

13. Der nächste Morgen

Abgelegt unter: Kann Schimrod helfen? — Gabi @ 13:35

Schimrod erwachte zeitig am Morgen. Campieren unter Brücken war er nicht gewohnt. Er betrachtete eingehend Wagner beim Schlafen. Wagner war wirklich nicht als schön zu bezeichnen, zu markant waren seine Gesichtszüge. Die Nase war scharf geschnitten und stach habichtschnabelartig hervor. Die Augenbrauen waren kräftig und buschig und an den Wangenknochen hätte man sich schneiden können. Trotzdem wirkte Wagner auf eigentümliche Weise einnehmend und sympathisch. Die Betrachtung Wagners brachte eine verborgene Saite in Schimrod zum Schwingen, es war ihm, als hätte er Wagner schon viele Male so angesehen. „Seltsam”, dachte Schimrod, „wie leicht ich meinen neuen Namen schon akzeptiert habe. Wo ist nur der mit sich hadernde Matthias geblieben?”

Wagner grunzte und schnaubte, blies die Backen auf und hustete. „Mjmmhh, chrrrmmh.” „Guten Morgen Wagner.” „Schrmmmjmmh. Ja, ja, guten Morgen.” Wagner setzte sich auf und zog prüfend die Luft ein, dann schaute er sich vorsichtig um. „Was ist los, Wagner? Sind wir hier unsicher?” „Nein, nein, ich glaube nicht. Richtig gut schlafen werde ich erst wieder in Uträa. Und dort auch erst, wenn unsere Aufgabe erfüllt ist.” „Unsere Aufgabe? Ich dachte, ich sollte dem Allesverschlinger den Garaus bereiten.” „Nun ja, in Grunde ist das auch so, aber vorher müssen ein paar winzige Kleinigkeiten erledigt werden. Und dann wirst du zu Zuge kommen, glaube mir. Deinen jugendlichen Überschwang wirst du etwas dämpfen müssen, wir wollen ja nicht unüberlegt handeln.” „Sag mir Eines, Wagner. Warum gerade ich?” „Wie bitte?” „Anders ausgedrückt: Warum fiel ausgerechnet mir die Aufgabe zu, den Allesverschlinger zu vernichten?” „Das, mein Lieber Schimrod, übersteigt meinen Horizont. Ich weis nur, dass Merik vor vielen, vielen Jahren bestimmte Berechnungen unter Berücksichtigung von Bahnen unzähliger Himmelskörper anstellte. Die Ergebnisse der komplexen Berechnungen waren eindeutig. Es konnte nur jemand mit den richtigen Geburtskonstellationen dem Allesverschlinger Paroli bieten, alle anderen mussten scheitern. Dieser jenige warst du. Nach deinem letzten Ableben stellte Merik neue Berechnungen an. Es stellte sich neues heraus. Du bist zwar der Richtige, bestimmte Konstellationen aber blieben unberücksichtigt, es muss noch etwas Neues hinzu. Bevor Merik  eine Konklave der Zauberer einberief und alle seine Ergebnisse in ihrer Gänze und Klarheit darstellen konnte, verschwand er. Tot kann er nicht sein, sonst hätten die Zauberer ein Beben verspürt. Unsere erste Aufgabe wird sein, Merik zu finden, damit er uns über die neuen Dinge, die zu berücksichtigen sind, informiert. Dann erst werden wir uns der letzten Aufgabe zuwenden, noch einmal darfst du nicht scheitern.” „Das klingt alles sehr einleuchtend. Gespannt bin ich auf Uträa. Erst wenn ich in deiner Welt bin, werde ich dir vollständig glauben können.” „Schimrod, das ist alles ein Trugschluss, eine falsche Annahme. Uträa ist genauso deine Welt wie die meine. Das wirst du bald genug wissen. Doch nun lass uns geschwind aufbrechen. Zuerst sollten wir uns in der Kunst des Umsonst-Speisens üben, anschließend reisen wir in die Karpaten.”

7. April 2009

12. Der Allesverschlinger schlief unruhig

Abgelegt unter: Kann Schimrod helfen? — Gabi @ 18:46

Der Allesverschlinger schlief unruhig heute Nacht. Er spürte instinktiv die Veränderungen. Ganz Uträa gärte. Vieles veränderte sich, sogar seine Anhänger und Schergen zeigten sich unruhig bis ungehorsam. Viele hatten eigene Ambitionen, diese mussten ihnen unbedingt ausgetrieben werden. Noch brauchte er sie, aber wenn alles wieder unter Kontrolle war, würde er sie vernichten.

Keller wollte ein eigenes Machtzentrum errichten, doch sobald Merik gefunden war, würde Keller den Weg in den Kessel der Qual antreten. Und so manche würden ihm folgen. Dann würde er den Menschen den Halsreif der Schmerzen anlegen.

Es klopfte, erst zaghaft, dann lauter, bis schließlich der Allesverschlinger brummend und fluchend aufstand und die Tür öffnete. „Erhabenster Meister, es bereitet mir unsägliche Qual euch euren Schlaf rauben zu müssen, aber es hat sich Wichtiges ereignet.” Sagte Serlos, der persönliche Kammerdiener des Allesverschlingers. „Sprich!” Donnerte dieser zurück. Serlos sprach geschwind weiter: „Meister, leider war es uns nicht möglich, Schimrod zu finden. Es ist sogar noch viel schlimmer. Wagner muss sich auf der Erde befinden, es ist anzunehmen, dass er inzwischen mit Schimrod Kontakt hat. Falls das passiert sein sollte, können wir davon ausgehen, dass Schimrod wieder an seine Erinnerungen gelangt.” „Hhhmm, hhmm, nun, es gibt Schrecklicheres. Trotzdem, gute Nachrichten sehen anders aus. Wir werden neue Pläne machen müssen. Zuerst muss mein kleiner Bruder kommen. Ich werde seine Unterstützung gebrauchen können. Dann werde ich mit diesem Kriecher Keller reden. Vielleicht ist er mir doch noch nützlich. Veranlasse alles. Und spare nicht mit Drohungen. Sie sollen den Ernst der Lage erkennen. Und auch meine Ungeduld. Schlafen werde ich heute nicht mehr können, ich brauche jetzt etwas anderes. Rufe Feodora, sie soll mir den Rücken massieren und noch andere Stellen.”

Der Allesverschlinger ließ sich wieder auf sein mächtiges Bett plumpsen und goss sich aus der Karaffe auf den Nachttisch roten Wein in einen Kelch. Vor Vorfreude grinste und sabberte er, der Wein ergoss sich auf seinen seidenen Nachtrock. Die Flecken wirkten im düsteren Kerzenlicht wie Blut. Dies erheiterte den Allesverschlinger so sehr, er lachte laut und donnernd. In diesem Moment erschien Feodora in der Tür, zart und zierlich. „Allerliebst, allerliebst. Gibt es etwas Schmackhafteres als ein Mädchen, scheu und zierlich?” Er griff wieder zum Kelch und trank ihn mit einem Zug aus. „Hurtig jetzt, herunter mit den Kleidern! Oder ich reiße sie dir herunter, dann hast du nichts mehr zum Anziehen.”

11. Karte

Abgelegt unter: Kann Schimrod helfen? — Gabi @ 16:20

5. April 2009

10. Nächtliche Gedanken

Abgelegt unter: Kann Schimrod helfen? — Tags:, , , — Gabi @ 11:04

Schimrod und Wagner nächtigten in Ermangelung einer Schlafgelegenheit unter einer Brücke. Das Abendessen hatten sie sich auf ähnliche Art und Weise besorgt wie zuvor in der Eisdiele. Schimrod schlief tief und fest, dieses ungewohnte Abenteuer verhalf ihm zu einem erschöpften Schlaf. Wagner selbst konnte nicht schlafen. Er saß wach neben Schimrod und studierte dessen Gesicht. Schimrod war nicht wie andere junge Männer. Er besaß eine einschüchternde Wildheit in seinem Blick. Sein Wesen hatte etwas Wildes an sich; ein Teil von ihm war ungezähmt und unzivilisiert geblieben. Es war so, als hielte er sich selber in Schach. Ja, so musste es gewesen sein, dachte Wagner, nur so konnte Schimrod ein solches Leben in einem Gebäckverkaufsstand ertragen haben. Wagner senkte nachdenklich den Blick. Schimrod war nicht von diesem kultivierten Wesen, das einem Menschen das Leben in der Gemeinschaft leichter machte. Er hatte kein Gefühl für Geben und Nehmen, keine Vorstellung, von den Konzessionen, die man zum Wohl der sozialen Sicherheit zu machen hatte. Deswegen konnte Schimrod auf dieser wohlgeordneten Welt nichts erreichen, er war zu anderen Dingen bestimmt.

Ja, dachte Wagner und lächelte insgeheim, du sollst wieder ein Herr und Krieger sein. Du wirst Schwierigkeiten haben, als einfacher Mensch durchzugehen, alle sehen, dass du anders bist. Ich sehne den Augenblick herbei, in dem wieder die Kraft eines Schwertes deinen Körper durchströmt, in dem dich wieder eine wilde Lust am Kampfe packt.

Im selben Augenblicke saß Guri Keller in seinem Turm vor dem Kamin, in dem ein Feuer prasselte. Er starrte in die Flammen und trank dazu gewürzten, heißen Wein. Noch immer konnte er die magischen Apparate von Merik nicht benutzen, sie entzogen sich in ihrer Komplexität seinem Geiste. Was Keller nicht wusste, war folgendes: Merik faltete die Apparate mehrfach in sich selber mit Hilfe von Magie. Da aber Keller der Magie nicht mächtig war, sondern sie mit Hilfe der Apparate erlernen wollte, war sein ganzes Bestreben nutzlos. Er konnte die Apparate nicht entfalten, ja, er wusste noch nicht einmal, dass sie gefaltet waren. Was Keller für eine absurde Komplexität hielt, war in Wahrheit eine komplizierte Verschlingung und Verknüpfung des Raumes.

Keller stand auf, um seine fruchtlosen Gedanken zu unterbrechen und ging zu dem magischen Spiegel, der in seinem Turmgemach hing. Dieser Spiegel war ähnlich störrisch wie die Apparate, jedoch besaß der Spiegel einen eigenen Willen, fast schon ein eigenes Wesen. Leider wollte der Spiegel Keller nicht zu Diensten sein und so zeigte er nicht das gewünschte an. Normalerweise sollte er jede Person darstellen, deren Namen vernehmlich gesagt wurde. Doch der Spiegel weigerte sich und zeigte stattdessen das Anlitz von Keller grotesk verzerrt, manchmal jedoch auch auf schmeichlerische Weise geschönt. Heute wieder erstrahlte Kellers Spiegelbild in strahlender Schönheit, die dunklen Haare waren auf atemberaubende Art gelockt, der sinnliche Mund wunderschön, vielleicht ein bisschen zu arrogant geschwungen, die Augen mit dichten Wimpern umkränzt. Mit einem Wort: Keller war schön.

Keller wand sich unzufrieden ab, obwohl er Schmeicheleien durchaus zugänglich war. Heute jedoch konnte nichts seine schlechte Laune bessern. Der Allesverschlinger weigerte sich, ihn, den mächtigen Guri Keller zu empfangen. ER wollte nichts von Kellers Plänen und Vorschlägen wissen, ja, ER holte ihn sogar nach Uträa zurück und schickte an seiner statt diesen unwichtigen Zschockalt! Dies war an Ignoranz kaum zu überbieten, dies spottete seiner überragenden Intelligenz, von seiner Schönheit nicht zu reden!


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