Schimrod-Blog


Liebe Leser, ich werde hier eine fiktive Geschichte über Schimrod
schreiben. Bitte stellen Sie Schimrod eine Frage, dann werde ich versuchen,
originelle Fragen in meine Geschichte einzuarbeiten. Die Fragen sollten so
gestellt werden: "Lieber Schimrod, ich habe folgendes Problem, es ist
so......... . Kannst Du mir helfen?" Die Fragen können genauso fiktiv sein
wie die Geschichte. Ich werde sie als eine Art Brainstorming benutzen, also
können sie durchaus die Story beeinflussen. Ich wünsche Ihnen beim Lesen
genauso viel Spass, wie ich ihn beim Schreiben habe.

9. Mai 2009

15. Das Keller’sche Schlafgemach

Abgelegt unter: Kann Schimrod helfen? — Tags:, — Gabi @ 18:14

Nun widmete Shylock seine Aufmerksamkeit dem wuchtigen Bücherregal hinter dem Schreibtisch. Er studierte aufmerksam die Titel der Bücher, konnte aber nichts Außergewöhnliches entdecken. Auch die braune Leder-Chaiselongue bot keinerlei Auffälligkeiten. Shylock verlor nun das Interesse an diesem Raum und verließ ihn. Im angrenzenden Flur führte eine Treppe nach oben. Die Tür, die Shylock wählte, war verschlossen. Wieder kamen seine Insekten-Finger zum Einsatz; innerhalb kürzester Zeit war die Tür offen. Er trat ein und befand sich im Keller’schen Schlafgemach. Shylock zeigte selten Gefühlsregungen, zu kalt war sein Blut. Aber hier war er fassungslos. Neben dem wuchtigen, antiken Holzbett befand sich eine nicht unbeträchtliche Anzahl von Foltergeräten. Ein großer Eisenkäfig  zur Aufbewahrung von Gefangenen stand unmittelbar neben dem Kopfende des Bettes. Auf einer Bank daneben lagen verschiedene Daumen- und Knieschrauben und eiserne Mundsperren. In einer Ecke des Raumes stand eine geöffnete eiserne Jungfrau.

Zum ersten Mal begann Shylock an Kellers Geisteszustand zu zweifeln. Er konnte nicht begreifen, wie man in seinem Schlafgemach eine Folterkammer einzurichten vermochte. Diese Bewandtnis lag außerhalb seiner Geisteshaltung, er hatte hierfür keinerlei Verständnis. Voller Abscheu machte er sich an die Durchsuchung des Raumes. Leider brachte diese keine neuen Erkenntnisse. Mit einem letzten Schaudern wandte er sich ab und verließ diese widerwärtige Kammer, stieg die Treppe herunter und befand sich flugs wieder im Wohnzimmer. Dabei vergaß er, die Schlafzimmertür wieder zu verschließen, dies sollte zu einem späteren Zeitpunkt zu einem spektakulären Erschrecken der Zugehfrau führen.

„Oh, Keller, dein Charakter ist widernatürlicher, als ich vermutete. Wie konnte ich nur glauben, dir zeitweise vertrauen zu können. Ich war ein Narr. Nun werde ich mich zuerst mit König Purizante besprechen, er wird mir gewisslich helfen.” So sprach Shylock, verwandelte sich wieder in eine Fliege und flog aus dem Haus.

Schimrod und Wagner  befanden sich unterdessen in angeregter Diskussion. Sie planten die Reiseroute in die Karpaten.

„Wir sollten mit den eisernen Zügen fahren, meiner Meinung nach ist es schnell und sicher, zudem fallen wir in der Masse der Reisenden weniger auf.” „Sicher, Wagner, allerdings werden wir die Zugfahrt bezahlen müssen und Geld abheben, nachdem ich so aus der Bäckerei geflohen bin, ist wohl nicht mehr möglich. Womit also, frage ich dich, bezahlen wir?” „Aber Schimrod, nichts ist einfacher als das. Wir nehmen einfach etwas von dem Geld aus meiner Börse. Ich habe genug dabei. Ich kam doch nicht unvorbereitet zu dir! Wesnogir stattete mich mit allem Nötigen aus. Dazu gehörte auch eine nicht unbeträchtliche Menge eures Geldes. Für einen Magier ist so etwas eine Kleinigkeit.” „Wagner, du Halunke! Warum erzählst du mir erst jetzt davon? Wir hätten alles bezahlen können! Stattdessen schmarotzten wir uns durch diverse Lokale und nächtigten sogar unter einer Brücke!” „Aber, aber. Das diente doch nur der Vorbereitung auf Uträa. Dort wird es nicht so leicht sein wie hier. Und dass wir unter einer Brücke schliefen half nur der Verwischung unserer Spuren.” „Pah, alles faule Ausreden!” „Egal, wir sollten uns lieber dem Zukünftigen widmen. Wir müssen zur Hub-Plattform und vorher Sokimakai treffen. Unbewaffnet dürfen wir auf keinen Fall nach Uträa. Außerdem hat Sokimakai eine Überraschung für dich, ich überreichte ihm einen Metallsplitter aus Fasnogir, bevor ich mich auf die Suche nach dir machte.” „Ach, und so etwas soll nun mein Herz erfreuen?” fragte Schimrod beißend. „Ja, höhne du nur. Sokimakai ist ein echter Künstler, er weiß genau, was er tut. Er verspricht sich viel davon und ich mir inzwischen auch.” erwiderte  Wagner. „Dein neues Schwert wird einen Namen erhalten müssen, du solltest die Zeit nutzen, darüber nachzusinnen. Dies wird dich beschäftigt halten, dann musst du nicht mehr Streitgespräche mit mir führen. Wenn deine Erinnerung wieder vollständig hergestellt ist und du somit wieder bei Besinnung bist, werde ich dich ernst nehmen. Bis dahin sehe ich dich als einen noch nicht vollständig Erwachten an. Nun kannst du garstig auf mich sein oder streitsüchtig werden, aber wenn dich erst die Mneme durchströmt, wirst du mich verstehen.” Darauf wusste Schimrod nichts zu erwidern. „Komm, Schimrod, lass uns aufbrechen zum Bahnhof, auf dass wir bald die Karpaten erreichen.”

29. März 2009

9. Am Bahnhof

Abgelegt unter: Kann Schimrod helfen? — Tags:, , — Gabi @ 20:23

Schimrod und Wagner erreichten den Bahnhof. „Und jetzt, Wagner? Wie sollen wir nun Verbindung zu Meister Firienze aufnehmen?“ „Ganz einfach, ich habe hier einen Schlüssel. Er gehört zu einem Blechkasten. Mit diesem Schlüssel öffnen wir den Blechkasten, dann sprechen wir mit Firienze.“

„Aha, also so ähnlich wie telefonieren“, höhnte Schimrod. „Nun ja,“ antwortete Wagner, „früher benutzten wir tatsächlich eure Telekom, allerdings haben wir zur Bahn gewechselt, da die Telekom Menschen nach Informationen ausspähte. Da wussten wir noch nicht, dass Meister Schlehdorn von eurer Schienenbahn auch ausspähen lässt. Nun bleibt uns vorerst nichts anderes übrig, als auf dem Bahnhof zu reden, bis wir eine neue Vorrichtung ersonnen haben.“ Wagner nestelte an seinem Gürtel, an dem diverse Lederbeutel in unterschiedlicher Größe hingen. Seine kurzen, dicken Finger verschwanden in einem und kamen mit einem Schlüssel wieder zum Vorschein. Dieser Schlüssel trug die Ziffer 47 und beide machten sich auf die Suche nach dem Blechkasten, genannt Schließfach mit selbiger Nummer. Dieser ward schnell gefunden und Wagner öffnete, langte mit seiner Hand hinein und holte eine flache, unscheinbare Muschel heraus. Triumphierend sagte er: „Hier!“

Schimrod prustete los: „Das darf doch nicht wahr sein, eine Muschel, was sollen wir nur damit?! Ich dachte, hier liegt vielleicht etwas Bedeutsames oder Nützliches.“ „Sie ist nützlich, Schimrod, du wirst es sehen.“

Wagner spuckte in die Muschel, verrieb die Flüssigkeit mit den Fingern und hielt die Muschel vor sein Gesicht: „Meister Firienze, ich bin hier mit Schimrod. Seid ihr anwesend?“ „Wagner, ich bin höchst erfreut! So haben sich meine Hoffnungen erfüllt! Jetzt endlich werden wir unsere Pläne wahr machen können. Seit vielen Jahren kann ich wieder hoffen. Wir müssen nun alles Weitere besprechen.“ tönte eine Stimme aus der Muschel. Schimrod stand der Mund offen, er vergaß sogar zu schlucken. „Mund zu, Schimrod,“ zischte Wagner, „wie sieht das denn aus? So steht doch kein Edelmann da!“ Gehorsam klappte Schimrod den Mund zu. Die Stimme sprach nun weiter: „Es hat sich Neues ergeben, wir mussten flugs und geschmeidig einen neuen Plan schmieden. Hört also gut zu:

Keller befindet sich nicht mehr hier, er hat sich nach Uträa aufgemacht. Sokimakai weiß Bescheid. Er befindet sich in diesem Moment auf dem Weg in die Karpaten. Er wird euch unterwegs treffen. Schimrods neues Schwert hat er im Gepäck, des weiteren deine Streitaxt, Wagner. Beides werdet ihr zu gegebener Zeit erhalten. Ihr benutzt die HUB-Plattform nach Uträa und macht zuerst Keller unschädlich.

Leider ist ein Zschockalt hier angekommen. Warum, wissen wir nicht. Seid also sehr vorsichtig, am besten, ihr vernichtet diesen. Sobald ihr Keller ausfindig gemacht habt, müsst ihr ihn foltern und nach Merik befragen. Das ist sehr wichtig! Merik muss unbedingt gefunden werden! Entweder ihr tötet anschließend Keller, oder ihr bringt ihn zu Magus Wesnogir. Die erste Wahl muss sein, Keller zu Wesnogir zu bringen, aber keinesfalls darf Keller entkommen. Bevor er entkommt, muss er sein Leben verlieren.

Die Krug habe sich wieder erhoben, das ist ein schlechtes Zeichen. Es bedeutet, der Allesverschlinger ist erstarkt. Sie erscheinen verstärkt um Burg Ehb, es scheint, als würden sie von dort ausschwärmen. Ihr solltet Burg Ehb säubern. Ist dies alles geschehen, planen wir weitere Schritte.

Wenn ihr in Elddim angekommen seid, geht zum Gasthof “Zum Schweinehirten”. Dort erwartet euch Gwinneth.“

Die Stimme verstummte und Wagner verstaute die Muschel wieder im Schließfach.

“Wagner, bisher hielt ich dich für, gelinde gesagt, durchgeknallt, aber was soll ich nun sagen? Inzwischen bin ich geneigt, dir alles zu glauben.” Wagner grinste sein breitestes Grinsen. “Schimrod, Schimrod, es wird schon noch mit dir, glaube mir. Doch nun müssen wir nachdenken. Heute können wir nicht mehr viel machen. Zu dir nach hause können wir nicht gehen, aber wir brauchen ein Lager für die Nacht. Morgen machen wir uns auf den Weg in die Karpaten. Also wird unsere vordringliche Suche die nach einem Nachtlager und Essen sein.” “So sei es, Wagner.”


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